Beruflich setze ich mich im Rahmen einer Community of Practice gerade aktiv mit dem optimalen Online-Shop auseinander. In diesem Zusammenhang war ich heute abend wieder mal am wo eine Stunde zum Thema referierte. Neben ein paar klassischen Facts & Figures interessierte mich hauptsächlich was Thomas Lang als Trends ausgemacht hat. Die da wären:
Massenware wird personalisiert. Auf das Adidas-Shirt kann ich auch das Logo meines Hattrick-Vereins drucken. Auflage 1. Preis vertretbar. Natürlich sehr ideal für Geschenke und dergleichen. Ein bereits etablierter Anbieter ist hier. Eher überrascht hat mich die Nennung des Web 1.0 Urgesteins. Überzeugend dann allerdings die dort angebotenen Ideen. Beispielsweise der persönliche Kalender (siehe Abbildung).
Das gabs so ähnlich schon in Web 1.0 (Letsbuyittogether com). Eine Community sucht den besten Preis. Beispiel: . Ich hab die Slides während der Präsentation in der Brasserie Lipp leider nur zur Hälfte gesehen sonst hätte ich hier nachgehakt. Weil: Dieses Gewerbe wird mit den Toppreismaschinen fusionieren. Kein Trend aus meiner Warte.
Dieses Modell schon eher: Eine exklusive Community ermöglicht den Zugang zu exklusiven Marken und exklusiven Preisen. Eine typische Web 2.0-Erscheinung wie ich meine. VIP 2.0 mit Schnäppchenjägermentalität. Viel Pepp und call. Ob dieser Businessplan aufgeht? Ich weiss es nicht. Beispiele dafür sind und.
Von all den Schnäppchenjägern wohl das vielversprechendste und gleichzeitig baffleöseste Businessmodell. Robots crawlen die günstigsten Preise aus Onlineshops und die Robots der Onlineshops crawlen die Toppreise-Sites und passen ihre Preise automatisiert nach unten an. Schonungsloser Preiskampf. Die Marge wird mit den Versandkosten erzielt. Beispiele: und.
Einbinden der eigenen Angebote in die eigene Website. Eine klassische 2.0-Erscheinung die noch ganz andere Blüten treiben wird. Schliesslich spriessen gerade die Aggregatoren der add up aus dem Boden wie Pilze im Wald.
Hier wurde der Vortrag dann streckenweise unscharf. Als Trend machte Thomas Lang etwa auch die Zielgruppe Frauen aus. Oder die Zahlungsausfallrisiken. Frauen kaufen Blumen. Kleider und Kosmetik. Wie Zahlungsausfallrisiken gab es beides schon vor Web 0.1. Zielgruppenansprache ist wichtig? Klaro. Zahlungsausfallrisiken müssen minimiert werden? Logo.
Na klar! Nicht alle Le Shop-Kunden haben einen Windfang. Viele aber arbeiten lange und insbesondere ausserhalb der Lieferzeiten der Schweizerischen Post. Hier hat beispielsweise Coop klar die Nase vorne: Mit attraktiven Lieferzeitenfenstern. Für solche Services ist der Kunde auch bereit zu zahlen.
Im folgenden ging es dann hauptsächlich noch um das Thema der Darstellung und Auffindbarkeit von Produkten. Spannend hier Slide 26: Google listet für www leshop ch nur gerade 72 Ergebnisse. Für Coop ungefähr 51. Für Geschenkidee ch aber glatte 87′900. Hier besteht offensichtlich Nachholbedarf. Zu diesem Thema sind dann noch die Stichworte Suchabos und RSS Feeds hinzuzufügen und wir wären wieder up to go out. Generell: Web 2.0 wird bei den versammelten Shopanbietern noch eine ganze Weile ein Programm bleiben müssen wenn sie Web 3.0 nicht ganz verpassen möchten.
Den meines Erachtens grössten turn hat Thomas Lang nicht gelistet: E-Commerce wird multimedial flächendeckend. Will heissen: Die etablierten Brands setzen auf grossflächige Erlebniswelten. Beispielsweise. Dressingrooms und Nachhilfe in Lifestyle. Produktewelten breitbandig inszeniert. Auch wenn hier der Schritt zum Online-Kauf noch fehlt ist doch ganz klar die Einkaufswelt von Web 3.0 sieht nicht aus wie bei Le Shop & Co.
Hier war die Präsentation allerdings noch nicht fertig. Es kam noch einiges zum Thema “Was wenn der Kunde erstmal im Shop ist”. Checkout und so. Diese Notizen werde ich in einem zweiten Posting resumieren.
Jedenfalls dachte ich die Trends seien vorbei als Thomas Lang in “One more thing”-Manier noch ein paar Slides zum Thema Web 2.0 in E-Commerce aus dem Hut zauberte. Hier kamen dann nochmals die Preisvergleiche die unvermeidbaren Mash-ups und Lokalisierungsportale. Shop-APIs und so weiter. Auch die eben noch bemängelten Multimedia-Inhalte hatten hier ihren Auftritt. Modernes Home-Shopping on bespeak sozusagen. Das wusste ich nicht. Es gibt sie schon! Diese Homeshopping-TV-Channels in Webadaption: ist das Beispiel. Meiner Meinung nach auch wenn ich in meinem Leben noch keine 2 Stunden Homeshopping-Kanäle geguckt habe (grosses Indianerehrenwort) einer der Kernbestandteile von Web 3.0: Nochmals dasselbe mit allem scharf fullscreen.
Im zweiten Teil dieses Postings werde ich näher auf die dargelegten Geheimnisse des erfolgreichen Checkouts eingehen.
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